Karriere Hacks für Frauen: Entschuldigung!

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Karriere Hacks für Frauen: Entschuldigung!
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Entschuldigung! Karriere Hack 01.

Hallo und herzlich willkommen zu unserer heutigen Episode von Mama, what’s next?

In einer neuen Reihe von Karriere Hacks schauen wir uns an, was wir Frauen (und Mamas) im Job und in unserer Karriere oft falsch machen und geben praktische Tipps, wie wir das ändern können. 

Ein besonders wichtiger Punkt: Frauen entschuldigen sich oft. Lass uns gleich mit ein paar Beispielen aus dem Alltag starten.

Beispiele Frauen entschuldigen sich oft – aus dem Alltag:

Stell dir vor, du stehst im Supermarkt an der Kasse und findest nur einen 20-Euro-Schein, mit dem du nur einen Kaugummi bezahlen musst. Du sagst: “Verzeihung, ich habe es leider nicht kleiner…”

Oder dein Partner hat die Autoreifen auch nach wiederholten Bitten nicht gewechselt und du sagst: “Sorry, dass ich schon wieder damit komme, aber…”

Eine Angestellte klopft beim Chef, weil sie ihn in einer dringenden Angelegenheit informieren muss, und sagt: “Entschuldigung, dass ich störe, aber ich brauche unbedingt eine Antwort.”

Warum entschuldigen sich in diesen völlig alltäglichen Situationen immer die Frauen? Ganz einfach: weil es überdurchschnittlich oft die Frauen sind. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Frauen sich tatsächlich ständig und für alles entschuldigen. Nicht nur dann, wenn sie Mist gebaut haben. 75 Prozent aller “Sorrys” und “Tut-mir-leids” kommen nämlich von Frauen. Das Problem ist, damit sabotieren wir unbewusst auch unsere Karriere.

Unterschiedliche Formen von Entschuldigungen:

Schauen wir uns die drei häufigsten Formen an von Entschuldigungen genauer an:

  1. Die Hab-mich-lieb-Entschuldigung: Hier geht es darum, Harmonie um jeden Preis zu wahren. Frauen entschuldigen sich, um gemocht zu werden und keine Wellen zu schlagen.
  2. Die Tu-mir-nichts-Entschuldigung: Diese Form tritt auf, um Streit zu vermeiden, besonders wenn unterschiedliche Hierarchieebenen im Spiel sind. Man entschuldigt sich, um Ärger aus dem Weg zu gehen.
  3. Die Ich-habe-versagt-Entschuldigung: Das ist die überflüssigste und heilloseste Form der Entschuldigung. Sie entsteht aus einem falschen Perfektionismus heraus – sei es als Mutter, Partnerin, Mitarbeiterin oder Chefin. Frauen entschuldigen sich, weil sie glauben, nicht perfekt genug zu sein.

Warum Frauen Konfliktsituationen vermeiden wollen:

Wir Frauen entschuldigen uns oft, um Konflikte zu vermeiden und harmonische Beziehungen aufrechtzuerhalten. Das ist tief in vielen von uns verankert und beginnt oft schon in der Kindheit. Aber es ist wichtig zu erkennen, dass ständige Entschuldigungen nicht immer zur Konfliktvermeidung beitragen. Sie können uns stattdessen schwach und unsicher erscheinen lassen.

Frauen entschuldigen sich oft – Beispiele aus dem praktischen Kontext:

Lass uns einen Vergleich zwischen einem Mann und einer Frau in einer ähnlichen Situation ziehen. Stell dir vor, beide haben eine Präsentation gehalten, die nicht so gut lief wie erwartet. Die Frau könnte sagen: „Es tut mir leid, dass die Präsentation nicht so gut war. Ich hätte mich besser vorbereiten sollen.“ Der Mann hingegen könnte sagen: „Heute waren einfach die Konstellationen gegen mich. Nächstes Mal wird es besser laufen.“ Hier sehen wir einen wesentlichen Unterschied. Der Mann entschuldigt sich nicht, sondern sieht es als eine Momentaufnahme und äußere Umstände, die gegen ihn waren.

Bei Fehlern auf die Zukunft fokussieren:

Auch wenn wir Fehler machen, sollten wir uns darauf konzentrieren, daraus zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen, anstatt uns nur zu entschuldigen. Zum Beispiel: Anstatt zu sagen „Es tut mir leid, dass ich das falsch gemacht habe“, könntest du sagen „Ich habe aus diesem Fehler gelernt und werde sicherstellen, dass es beim nächsten Mal besser läuft.“

Frauen entschuldigen sich oft – Coaching-Tipps:

Lass uns jetzt einige praktische Coaching-Tipps durchgehen, die dir helfen können, das ständige Entschuldigen abzulegen:

  1. Bewusstsein schaffen: Der erste Schritt zur Veränderung ist, sich seiner Gewohnheiten bewusst zu werden. Achte im Alltag darauf, wie oft du dich entschuldigst und in welchen Situationen.
  2. Selbstbewusstsein stärken: Übe, deine Aussagen mit Selbstbewusstsein und Klarheit zu formulieren. Vor dem Spiegel oder mit einer Freundin kannst du üben, wie du ohne Entschuldigungen sprichst. Ein guter Trick ist es, deine Aussagen direkt und positiv zu formulieren.
  3. Positiv formulieren: Anstatt dich zu entschuldigen, finde positive Formulierungen. Statt „Entschuldigung, dass ich Sie störe“ sage „Danke, dass Sie sich die Zeit nehmen“. Das setzt einen positiven Ton und zeigt Wertschätzung.
  4. Rückmeldung einholen: Bitte Kollegen oder Freunde um Feedback. Manchmal sind wir uns unserer Gewohnheiten nicht bewusst, und externe Rückmeldungen können sehr hilfreich sein. Ein ehrlicher Freund oder eine Kollegin kann dir helfen, Muster zu erkennen und zu ändern.
  5. Ressourcen nutzen: Bücher wie „Lean In: Frauen und der Wille zum Erfolg“ von Sheryl Sandberg und „Nice Girls Don’t Get the Corner Office“ von Lois P. Frankel bieten viele praktische Tipps und Übungen, um das eigene Verhalten zu reflektieren und zu verbessern. Frankel betont zum Beispiel, dass Frauen oft zu viel Kontext geben und sich damit selbst schwächen. Ein klarer, prägnanter Ausdruck deiner Gedanken kann hier Wunder wirken.

Praktische Tipps aus „Nice Girls Don’t Get the Corner Office“:

  1. Vermeide Entschuldigungen für Meinungen: Anstatt zu sagen „Entschuldigung, aber ich denke…“, sag einfach „Ich denke…“. Deine Meinung ist genauso wertvoll wie jede andere.
  2. Hör auf, dich für Kleinigkeiten zu entschuldigen: Wenn du zu spät kommst, sag nicht „Entschuldigung, dass ich zu spät bin“, sondern „Danke, dass ihr gewartet habt“. Das zeigt Wertschätzung ohne Selbsterniedrigung.
  3. Nimm Raum ein: Wenn du sprichst, halte Blickkontakt, steh oder sitz aufrecht und sprich laut und deutlich. Das zeigt, dass du präsent und selbstbewusst bist.