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Ohne Netz und doppelten Boden: Abenteuer Auswandern im ecuadorianischen Dschungel

Testest du immer, bevor du etwas Neues wagst?

Ich mache das auf jeden Fall, wenn es um Auslandsumzüge geht.

In dieser Episode spreche ich mit Christiane, die den mutigen Schritt gewagt hat, ihr Leben nochmal komplett umzukrempeln. Zusammen mit ihrem Mann und Kind hat sie alles eingepackt und ist nach Ecuador ausgewandert.

Alles auf Null - wie geht das?

Im Gespräch teilt Christiane die ungeschönte Wahrheit darüber, was es bedeutet, im Regenwald zu leben und auch was es bedeutet jetzt nochmal beruflich neu anzufangen. Sie gibt wertvolle Einblicke und praktische Tipps zu Themen wie beruflicher Neustart im Ausland, Lebenshaltungskosten, Gesundheitssystem, Visas, Schulbildung für die Kinder und dem Loslassen von vermeintlicher Sicherheit. Wir sprechen auch darüber, dass wir bestenfalls keine dramatischen Auswanderer-Shows schauen sollten, die dich am Ende von deinem großen Glück vielleicht abhalten.

Auswandern nach Ecuador - Christiane und Alex

Tauche ein mit mir und erlebe, wie es ist, das Unbekannte zu umarmen und einen echten Neustart zu wagen.

Denn wie Christiane zeigt: Neustart geht immer!

Folge Christiane und Alex hier auf Instagram 

PS. Wer Ecuador noch auf seiner Bucket List hat, bald könnt ihr bei ihnen sogar ihr Bed & Breakfast buchen.

Abenteuer Auswandern: Neuanfang in Ecuador

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Key Episode Takeaways

  • Emigrating to a new country can be a challenging but rewarding experience
  • Having a supportive community and being open to new opportunities is important
  • The education system and healthcare in Ecuador can be of high quality
  • Living in a different country can offer a different perspective on life and a chance for personal growth Living in the rainforest requires flexibility and adaptability due to the unpredictable weather and day-night cycle.
  • Building a community and making friends is important when living in a new place.
  • Obtaining a visa and permanent residency in Ecuador is possible through various means.
  • Sourcing materials for building a house in the rainforest can be challenging.
  • Being open-minded and adaptable is crucial when living abroad.

Sound Bites

  • "We emigrated to Ecuador two years ago, to the rainforest."
  • "We let it all come to us. The first money I earned here was by baking chocolate creme cake."
  • "If you live your life consciously and know what you can do, it doesn't really matter where you go."
  • "So much for the topic, let's see how long we stay here. The family has already moved in."
  • "I wish I was more lonely."
  • "I'm totally free to do that. Who comes, comes. Who doesn't, doesn't."

Chapters

00:00 Introduction and Background
03:06 Emigrating to Ecuador
07:53 Challenges and Opportunities
11:39 Creating a New Life
26:29 Healthcare in Ecuador
30:24 Daily Routine and Life in Ecuador
33:08 Loneliness and Building a Community
36:13 Challenges of Living Abroad
39:31 Family Structures and Support
52:02 Taking the Leap and Overcoming Fear
56:31 Avoiding Dramatic Expectations

Auszug aus der Episode: Abenteuer Auswandern: Neuanfang in Ecuador

[00:07:56] Speaker A: Also mein Mann war einmal jetzt neun Tage vorher da, hat unser Grundstück gekauft.

Wir haben beide kein Spanisch gesprochen, also unser auch nicht, ne. Und ja, und zwar klar, wir kommen jetzt auch nicht mehr zurück. Also ob wir jetzt tatsächlich hier stranden und hier bleiben, das steht auf einem anderen Blatt, ne. Also weiß ja nie, wo es einen hin verschlägt. Also Ecuador an sich ist ja auch super vielseitig. Also du hast hier ganz wunderbare Hochtäler, die so schön sind, wo du dann auch mal einen Kamin anmachen kann kannst, wenn es mal ein bisschen kälter draußen ist oder sowas, ne. Also das wäre vielleicht auch noch so eine Überlegung. Aber jetzt machen wir erstmal unser Haus fertig, wir bauen hier gerade eine kleine Lodge auf. Oder haben wir noch, sind wir noch beschäftigt die nächsten Jahre?

[00:08:45] Speaker C: Ihr kommt ja eigentlich aus einem, also beide am Ende. Ja, wir haben zusammen gearbeitet. Da hast du für nachhaltige Marke so das PR, Social Media gemacht und ganze Influencer Marketing und so, das ist ja Customer Service, viele, viele verschiedene Dinge. Hast auch international gearbeitet. Und lässt man das dann einfach so los? Der Alex, ihr wart ja im gleichen Unternehmen zusammen, er hat Produktdesign gemacht und sagt man dann einfach so jetzt goodbye, altes Berufsleben und oder habt ihr euch einen Plan gemacht? Wusstet ihr, wie ihr euer Geld zukünftig verdienen werdet? Oder musstet ihr kein Geld verdienen? Oder wolltet ihr tatsächlich was ganz anderes machen und einfach ein bisschen rumbuddeln, wie du vorhin gesagt hast?

[00:09:39] Speaker A: Nee, also wir haben uns das komplett offen gelassen. Das erste Geld, was ich hier verdient habe, und es gibt immer Möglichkeiten, Geld zu verdienen, war, indem ich Schokoladencremetorte gebacken habe. Ja, die Leute lieben meine Creme, Schokoladenkriegen, Torte oder auch Brot. Ich habe auch schon Geld verdient hier mit Brot backen. Ja, weil du hast tatsächlich sehr viele Deutsche hier und die lieben halt Brot, ne? Das ist einfach so.

[00:10:02] Speaker C: Und deine Back und Kochkünste, die kenne ich ja auch.

Damit kann man Geld verdienen, das glaube ich.

Ja, cool. Also dann, ja, ihr habt es dann einfach so auf euch zukommen lassen tatsächlich. Also wie findet man denn das Vertrauen da so?

[00:10:21] Speaker A: Also ja, ich glaube, guck mal, wir sind ja nun auch keine, keine 20 mehr, ne. Und wenn du dein Leben bewusst lebst und weißt, was du kannst, ist es doch eigentlich egal, wo du hingehst, es gibt immer eine Möglichkeit, um Geld zu verdienen. Und ich habe ja nun auch schon ein paar Jobs gemacht, ne. Also ich war ja nur lange Zeit alleinerziehend mit meiner großen und wirklich in einem Kleckerdorf in Schleswig Holstein, wo du halt jetzt auch nicht die Bombe Jobangebote hattest, ne. Und da habe ich als, um Geld zu verdienen, hat als Schulsekretärin gearbeitet. Kannst du auch machen, ja. Und ich war super happy in dem Job, ne? Und so kann es halt auch immer wieder Punkte in deinem Leben geben, wo du sagst so, okay, ich habe jetzt lange genug im Marketing gearbeitet, mache ich jetzt mal vielleicht komplett was anderes. Ja, vielleicht werde ich Autorin, weil ich schon immer Bücher schreiben wollte. Man kann das, glaube ich, auch immer mal als Chance sehen, was Neues auszuprobieren, sich neu zu erfinden.

[00:11:16] Speaker C: Machst du das generell? So, dass du das so betrachtest, dass du sagst, das ist so eine Chance, was Neues. Es gibt ja auch viele Menschen, die das immer so ein bisschen auch ängstlich betrachten und sagen okay, wenn ich jetzt was Neues anfange, dann oh Gott, was könnte da alles schief gehen, was könnte da alles passieren? Also ich habe jetzt auch gerade so auf meinem, in meiner Community gab es auch mal so ein Thema, wo ich so ein paar Fragen gestellt habe dazu, warum die Menschen nicht wirklich das machen, wonach sie gerufen werden, so innerlich, ne. Und dann haben ganz viele gesagt ja, sie fühlen sich da blockiert, sie haben da irgendwie eine totale Resistance innerlich, ne, diesen, diesen, dieser Stimme so zu folgen. Das bist du offensichtlich nicht, ne. Und das ist ja Angst getrieben, ne?

[00:11:58] Speaker A: Richtig. Du, das sind alles Ängste, die uns sag jetzt mal vielleicht durch durch die Familie auch schon aufgespielt werden.

Z.B. ich durfte kein Abitur machen, weil ich z.B. in der Familie aufgewachsen bin, wo das gang und gäbe war, dass nur der Mann arbeiten war, also noch sehr patriarche Form sozusagen. Mein Vater gesagt hat was willst du denn mit dem Abitur Mädchen? Ja, du brauchst das noch nicht, du kriegst irgendwann Kinder und dann kümmerst du dich um die Kinder, da brauchst du kein Abitur, ne? Oder habe ich mich so bequatschen lassen.

[00:12:31] Speaker C: Und ja, ja, da geht man nach, ich weiß, kenn das.

[00:12:34] Speaker A: Genau das ist es, ne. Und du denkst ja immer nur die Leute wollen das Beste für dich, aber dass das letztendlich vielleicht gar nicht das Beste für dich ist, sondern dass du rausfinden musst, was für dich das Beste ist, ist glaube ich das Wichtigste.

Und jeder Neuanfang ist immer eine Chance auch zu gucken, welche Talente man vielleicht zusätzlich auch noch hat oder Seiten von sich, die man vielleicht gar nicht so wirklich wahrgenommen hat und dann aber die Möglichkeit hat, das zu bespielen und dass es vielleicht einen auch ganz anders glücklich machen kann als vielleicht so ein nine to five Job, der der irgendwie natürlich sehr, sehr safe ist. Aber nicht immer ist Sicherheit das Beste. Es gibt keine Sicherheit für nichts.

[00:13:12] Speaker C: Genau, die gibt es nicht.

[00:13:14] Speaker A: Kannst morgen in dein Auto steigen und hast die Hälfte von deinem Leben vielleicht nicht gelegt.

[00:13:20] Speaker C: Ja, es ist auch, ich glaube die Menschen denken auch sehr oft, dass das so im Angestelltenverhältnis zu finden ist, ja, diese Sicherheit, dass sie denken irgendwie ohne nein, Selbstständigkeit, freiberuflich arbeiten mache ich mal lieber nicht, weil angestellt sein ist sicherer. Ich glaube, das ist halt heutzutage überhaupt nicht mehr sicher. Also eben Sicherheit schaffen geht gar nicht. Du kannst nur versuchen, dich so gut wie möglich aufzustellen und dann vielleicht so eben verschiedene Dinge vielleicht sogar zu machen, dass du sagst, irgendwie, du versuchst vielleicht ein, zwei Sachen parallel zu machen, aber diese Sicherheit, man versucht das immer zu erreichen, aber wir haben die ja nie. Kann so viel so schnell passieren.

[00:14:08] Speaker A: Ja, und das ist z.B. was, was glaube ich durch die Auswanderung bei mir nochmal sich mehr gefestigt hat.

Wir leben hier in der Kitschwa Gemeinde, also Kitschwa sind hier Indigene. Wenn du siehst, wie die ihr Leben bestreiten, die also ja noch weniger Sicherheiten haben als wir Europäer, wo du Versicherungen hast, wenn dein Haus abfackelt oder wie auch immer. Das gibt es hier einfach nicht. Viele der Menschen hier sind Tagelöhner, das heißt, die gehen morgens los und suchen sich einen Job und da weißt du die Woche über nicht irgendwie, wie viel habe ich am Ende der Woche verdient oder sowas.

Und sie leben trotzdem und tatsächlich leben sie sogar sehr, sehr glücklich hier. Also wenn ich das manchmal sehe, die haben nie schlechte Laune, wenn irgendwas schiefgeht oder so. Die fluchen nicht, ne, wir haben ja wirklich intensiv auch mit denen zusammengearbeitet, die sind so freundlich und so herzlich und so offen und das alles ohne Sicherheit funktioniert halt auch, ne.

Ja, das ist ein guter Punkt.

[00:15:05] Speaker C: Ich habe das gerade letztens auch von einem gehört, der nach Bali ausgewandert ist, tatsächlich auch vor vielen Jahren. Und der hat das eins zu eins auch genau gleich gesagt. Die Menschen haben wirklich viel, viel weniger und er hat auch viel, viel weniger letzten Endes. Er hat halt die Freiheit da auch online zu arbeiten, aber hat auch viel, viel weniger. Aber es ist tatsächlich so, dass da einfach die Menschen viel glücklicher sind und er auch viel glücklicher, viel ausgeglichener. Es ist alles viel einfacher und viel weniger Stress getrieben, ja, als in unserer Gesellschaft so.

Und vermisst du denn was in Deutschland? Also gibt es Dinge, die du auch vermisst?

[00:15:43] Speaker A: Tatsächlich nur essen und Freunde und Familie, aber an Deutschland an sich, an diesem ganzen System, wie ich ja nun lange Zeit gelebt habe, vermisse ich nichts. Also es ist eigentlich geplant, dass wir nächstes Jahr auf Besuch zurückfliegen. So richtig Bock hat da keiner von uns drauf.

[00:16:35] Speaker A: Genau, wir leben in der Nähe von Tena und Tena ist sozusagen die. Das Tor zum Regenwald. Also wir wohnen wirklich am Rande des Regenwalds, also hinter uns kommt nicht mehr so besonders viel und ist halt wie gesagt die Hauptstadt und die liegt auf zweieinhalb tausend m Höhe. Die liegt halt in den Anden und wir sind quasi vor den Anden. Also das etwa. Du hast einmal komplett von den Anden durchzogen und wir leben halt unten im Tiefland. Und Alex fängt jetzt an zu arbeiten im Juli, also der arbeitet auch freiberuflich und ja, ich arbeite demnächst auch wieder.

[00:17:07] Speaker C: Bisschen zumindest ein bisschen.

[00:17:10] Speaker A: Das reicht aber. Also das ist tatsächlich die Freiheit, die ich mir nehmen kann, dass ich sage, hey, ich möchte halt nicht mehr als so und so viel arbeiten. Und hier in Ecuador reicht halt dieses Geld locker aus, um über die Runden zu kommen. Also die Kosten sind halt natürlich um einiges geringer, bis auch bei Lebensmitteln und ich sage jetzt mal Luxusgütern. Also Elektronik ist teuer hier und Möbel sind teuer oder so. Also umsonst ist es nicht. Also das Leben ist erstaunlich, erstaunlich teuer, wenn man das vergleicht mit anderen Entwicklungsländern, wo man auch leben kann.

[00:18:42] Speaker A: Also wir geben eben so im Schnitt für Lebensmittel im Monat so bummelig $700 aus.

Man muss aber zum Vergleich sagen, also der Durchschnittslohn liegt hier bei $460 im Monat. Also das ist nicht besonders hoch. Und tatsächlich trifft das auch so Berufsgruppen, wo ich das nicht erwartet hätte, z.B. lehrkräfte, junge Lehrkräfte verdienen auch nicht mehr als $460 im Monat. Das ist ganz schön wenig, dafür, dass wir heute studiert haben und Abitur gemacht haben. Du kannst natürlich mit wesentlich weniger Geld auskommen. Also wir haben ja auch ganz verrückte Leute kennengelernt, die aus ganz unterschiedlichen Teilen der Welt kommen. Und je nachdem, wie dein eigener Anspruch ist, glaube ich, dementsprechend gibst du dann natürlich auch ein bisschen mehr aus. Aber rein theoretisch kannst du dich hier auch super selbst versorgen. Wir haben 365 Tage im Jahr quasi Sommerfeeling. Und ja, also bei uns wird es auch tatsächlich darauf hinauslaufen, dass halt auch noch mehr angebaut wird hier bei uns, ne. Dass wir also uns mit Obst und Gemüse selbst versorgen können. Und dann fallen natürlich auch die Kosten.